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Stadt Frechen lässt Stadttauben-Projekt scheitern

01.07.04 - Hartmut Kaschula, Kassenwart Tierversuchsgegner Pulheim e.V.

Unser Projekt Frechener Stadttauben, mit dem wir uns mit großem Einsatz für die sach- und tiergerechte Lösung der von der Frechener Bevölkerung beklagten Problematik einer zu hohen Taubenpopulation bemühten, ist nun offensichtlich endgültig gescheitert. Gescheitert an der Borniertheit und Vorwahl-Populismus von Ratsherren (und –frauen), mangelndem Rückgrat eines Stadtverwaltungsdezernenten und Inkompetenz von Veterinären.

Beschlossen wurde die Schließung des Taubenhauses durch den Umweltausschuss (!) des Stadtrates nach Anhörung des Kreisveterinärs (der in seiner Stellungnahme bezweifelte, dass durch Fütterung und Austausch von Tauben- durch Plastikeier die Kontrolle der Taubenpopulation erreicht wird, sich aber weder eindeutig festgelegt hat noch eine sinnvolle Alternative aufzeigte) mit der Begründung verstärkter Klagen der Frechener Anwohner und Geschäftsleute über verstärkte „Taubenplage“ nach Errichtung unseres Taubenschlages.

Die Stadträte haben es aber nicht für nötig befunden, vor ihrer Beschlussfassung unseren Verein, der schließlich einen Vertrag zum Betreiben des Taubenhauses mit der Stadt Frechen geschlossen hatte, anzuhören. Wir hätten klarstellen können, dass die Zunahme der Taubenanzahl im Bereich des Taubenhauses in den ersten Monaten nach Inbetriebnahme keineswegs überraschend und unwillkommen, sondern natürlich und vorher absehbar war.

Wir hatten aus diesem Grunde auch schon mit der Stadtverwaltung vereinbart, neben dem bestehenden einen zweiten Taubenschlag mit ausreichenden Nistplätzen zu errichten. Es sieht wohl so aus, dass weder die Stadträte noch der Kreisveterinär von dieser Vereinbarung Kenntnis hatten.

Ob der zuständige Umweltdezernent der Stadt uns gegenüber mit falschen Karten gespielt hat oder „nur“ kein Rückgrat hat (vielleicht beides), soll offen bleiben. Jedenfalls setzte er uns (Gerd Straeten, Elli Hess und Hartmut Kaschula, von dem Beschluss des Umweltausschusses als unumstößliche Tatsache in Kenntnis und forderte uns auf, an der Schließung des Taubenschlages mitzuwirken, Terminsetzung bis zum 1. Juli.

Wir wollten dies nicht einfach schlucken, sondern schrieben die Fraktionen des Stadtrates mit der Bitte um unsere Anhörung an. Hierauf reagiert hat nur die CDU-Fraktion, mit deren Vertretern wir, Gerd Straeten und Hartmut Kaschula, ein Gespräch führten, in dem die CDU-Vertreter zusagten, auf Grund unserer Argumente – die wir den Fraktionen und dem Stadtrat nochmals unterbreiteten – den Stadtrat nochmals einzuschalten.

Bei dem Treffen mit der zuständigen Sachbearbeiterin der Stadtverwaltung, dem amtierenden und dem ehemaligen Kreisveterinär am 30. Juni am Taubenhaus wurde uns, Gerd Straeten und Hartmut Kaschula, dann aber nur unumstößlich mitgeteilt, dass es bei der Schließung bleibt, lediglich wurde von der Sachbearbeiterin – vorbehaltlich der Zustimmung ihres Vorgesetzten - eine Fristverlängerung bis zum 23. Juli zugestanden. Erneut konnten oder wollten weder die Vertreterin der Stadtverwaltung noch die Veterinäre Auskunft darüber geben, welche Vorstellungen die Stadt nach Schließung konkret hat, um die zu erwartenden Probleme mit den künftig unversorgten und unkontrolliert sich vermehrenden Stadttauben tierschutzgerecht anzugehen.

Es ist schon sehr traurig, wie wenig gute Argumente und gute Arbeit zählen, wenn sie sich mit Obrigkeitsmentalität, Selbstherrlichkeit, Inkompetenz und kurzsichtigem Populismus vor anstehenden Kommunalwahlen auseinandersetzen müssen!

Protestaufruf: Stadt Frechen will das Taubenprojekt beenden

(26.05.04) Untenstehend finden Sie ein Schreiben der Stadt Frechen, Herrn Glade, sowie ein weiteres Schreiben des Kreisveterinärdirektors, Herrn Dr. Callenberg, mit der Bitte um Eure Unterstützung in der Angelegenheit "Stadttaubenprojekt in Frechen".

Das Projekt müssen wir leider als gescheitert betrachten, weil es uns und unsere Spendenkasse in den letzten Jahren völlig überfordert hat. Es war bisher unser aufwendigstes und kostenträchtigstes Projekt, bei dem wir so gut wie kaum Unterstützung erhielten. Unsere Aufrufe und Bitten um Futterspenden blieben überwiegend ungehört. Ebenso unsere Bitte um aktive Mitarbeit. Somit verblieb die Arbeit und Verantwortung für das Projekt lediglich unserem Mitglied Miltner-Merklin und unserer kleinen Organisation.

Unser selbst erbautes Taubenhaus auf dem Parkdeck in der Josefstraße soll nun von der Stadt in absehbarer Zeit geschlossen werden. Zunächst wird die Fütterung untersagt und die Nistmöglichkeiten sollen nach und nach durch "Verkleiden der Nischen" verringert werden, so dass den Tieren auch die Möglichkeit der Eiablage genommen wird.

Dies bedeutet für die an das Taubenhaus und die regelmäßige Fütterung gewöhnten Tiere, dass der überwiegende Teil einem grausamen Hungertod entgegen sieht. Hinzu kommt, dass die Tauben sich nun wieder in der Fußgängerzone, am Marktplatz und den Gebäuden in der Innenstadt aufhalten und sich unkontrolliert vermehren werden.

Leider sind uns die Hände gebunden, hier tierschutzgerecht einzuschreiten, da wir personell und finanziell keine Möglichkeit sehen.

Bitte unterstützt uns mit Euren Protestschreiben
gegen dieses tierfeindliche Handeln bei

Vielen Dank für Eure Unterstützung.
Herzliche Grüße, Gerd und Trudi

Tierversuchsgegner Pulheim e.V.
MENSCHEN FÜR TIERRECHTE
Bernhardstr. 62
D-50259 Pulheim-Brauweiler
Redakteurin TIER-INFO: Trudi Straeten
Vorsitzender: Gerd Straeten
sowie Mitglied im Internet(z)werk für Tiere/ IfT Deutschland
Spendenkonto: KSK Köln
Nr.: 015 600 1487 BLZ: 370 502 99

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An Herrn Glade, Stadt Frechen

Kopien an: CDU-, SPD- und FDP-Fraktionen im Rat der Stadt Frechen

Betreff: Stadttauben Frechen

Sehr geehrter Herr Glade,

wir (Gerd Straeten, Vorsitzender, und Hartmut Kaschula, Kassenwart der Tierversuchsgegner Pulheim e.V.) informieren Sie über ein Gespräch, das wir am 03.06.2004 mit einem CDU-Ratsmitglied und drei CDU-Stadtratskandidaten im Rathaus Frechen über das Projekt der Frechener Stadttauben hatten.

Wir haben darauf hingewiesen, dass das Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und im Interesse der Frechener Bevölkerung durchgeführt wurde, um auf tierschutzgerechte Weise das von den Bürgern und den Geschäftsleuten Frechens als Plage empfundene Problem einer zu großen Anzahl von Stadttauben zu lösen.

Ziel war es, die im Stadtgebiet Frechens verbreiteten, sich unkontrolliert vermehrenden Tauben durch Errichtung und Unterhaltung eines Taubenhauses zu konzentrieren, durch sachgerechte Fütterung Krankheiten zu bekämpfen und die Population durch ständige und vollständige Entnahme der Taubeneier und Ersatz durch Plastikeier gezielt zurückzuführen.

Hierbei war von vornherein klar, dass diese örtliche Konzentration der Frechener Stadttauben von den unmittelbaren Anwohnern als starke Vermehrung der Taubenanzahl und damit als verstärkte Belästigung empfunden wird. Dies umso mehr, als sich recht bald herausstellte, dass das errichtete Taubenhaus mit etwa 200 Plätzen nicht ausreichte, um alle futter- und brutwilligen Tauben aufzunehmen. Um diesem Problem abzuhelfen, wurde mit der Stadt Frechen vereinbart, ein zweites, größeres Taubenhaus zu errichten und in diesem die im Umfeld des Taubenhauses sich aufzuhaltenden, die Bürger belästigenden Tauben zu binden.

Der Beschluss des Stadtrates, den Taubenschlag zu schließen und einen alternativen Standort zu suchen, ist nicht sachgerecht, so lange eine realistische Standortalternative überhaupt nicht gegeben ist. Wie wir bereits mit unserem Schreiben vom 16.05.2004 an die Fraktionen des Stadtrates ausgeführt hatten, wird nach der Schließung des Taubenhauses

  • auch weiterhin ein Großteil der Tauben im unmittelbaren Bereich des Parkhauses
    Josefstraße verbleiben, die dortigen Anwohner werden sich weiterhin beschweren
  • ein weiterer Teil erneut wieder in die Innenstadt Frechens ausweichen und dort zu erneuten Problemen führen
  • sich durch Einstellung der gezielten Populationsreduzierung die Anzahl der Stadttauben unkontrolliert vermehren und
  • durch das absehbare Verelenden und Verenden der an den Brutplatz gewöhnten Tiere eklatant gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Fortführung des Taubenprojektes Hand in Hand gehen muss mit der eingehenden, gezielten Aufklärung der Frechener Bevölkerung.

Dies bedeutet aber, dass sich mit uns sowohl die Stadtverwaltung als auch die Kommunalpolitiker fraktionsübergreifend, eindeutig und ausdrücklich für das Projekt aussprechen müssen und die Stadt sich an den Kosten ausreichend beteiligt und auch praktische personelle Ressourcen bereit stellt.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Straeten
Hartmut Kaschula

 

Absender: Stadt Frechen
Postfach 1960, 50209 Frechen
Der Bürgermeister
Fachbereich 6: Planen, Bauen und Umwelt
Abteilung: Planen, Umwelt und Liegenschaften
http://www.stadt-frechen.de

Auskunft erteilt: Frau Sturm
Telefon: 02234/501-864, Fax: 02234/501-522
rathaus@stadt-frechen.de

buergermeister@stadt-frechen.de

Frechen, den 24.05.2004

Stadttauben

Sehr geehrter Herr Straeten,

In der Anlage übersende ich Ihnen die Gesprächsnotiz unseres gemeinsamen Gespräches vom 12.05.2004.

Zwischenzeitlich hat mir Herr Dr. Callenberg vom Kreisveterinäramt des Rhein-Erft-Kreises per Fax eine Durchschrift seines Schreibens vom 18.05.2004 an Frau Miltner-Merklin zugeleitet. Die Anfragen von Frau Miltner-Merklin an Herrn Dr. Callenberg übersende ich Ihnen ebenfalls zur Kenntnisnahme.

In diesem Schreiben nimmt er zu Fütterung und Verantwortlichkeit der Stadt Frechen bezüglich der Beendigung des Taubenprojektes ausführlich Stellung.

Er schlägt vor, die Nistmöglichkeiten im Taubenhaus durch Verkleiden der Nischen sukzessive zu verringern. Wie bereits im Vorfeld besprochen und miteinander vereinbart, sollte dies in Zusammenarbeit und Kooperation mit Ihnen geschehen, um Jungtiere nicht zu gefährden.

Sollte ich bis zum 2. Juni 2004 keine gegenteilige Rückmeldung Ihrerseits erhalten, gehe ich davon aus, dass in der von Herrn Dr. Callenberg vorgeschlagenen Weise verfahren werden kann und Sie als Vorsitzender des Vereins dies positiv begleiten und für die sukzessive Verringerung der Nistmöglichkeiten Sorge tragen.

Aus dem Ihnen nun vorliegenden Vorschlag ersehen Sie die Bereitschaft der Stadt, die Umsetzung des Ausschussbeschlusses des WA EBS und Umwelt vom 22. April 2004 modifiziert und tierschutzgerecht umzusetzen.

Ich gehe davon aus, dass die sukzessive Verringerung der Nistmöglichkeiten bis Ende Juni 2004 abgeschlossen ist.

Nach einem gemeinsamen Ortstermin mit Ihnen Ende Juni 2004, bei dem die Reduzierung der Nistmöglichkeiten überprüft wird, wird dann - wie besprochen - die Einflugmöglichkeit zum Taubenhaus zugemacht. Als Termin hierfür ist Donnerstag, der 1. Juli 2004 vorgesehen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrage

Glade

 

Rhein-Erft-Kreis
Der Landrat
39 Amt für Verbraucherschutz, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung
Willy-Brandt-Platz 1
50126 Bergheim
www.rhein-erft-kreis.de

Auskunft erteilt: Herr Dr. Callenberg
Telefon 02271/83-3900, Fax 02271/83-2340
veterinaeramt@rhein-erft-kreis.de

Datum: 18.05.2004

Tierschutz
Ihre Anfrage vom 30.04., 03.05. und 13.05.04


Sehr geehrte Frau Miltner-Merklin,

mit o.g. Schreiben bitten Sie mich um Stellungnahme hinsichtlich des vorläufigen (?) Endes des Taubenprojektes der Stadt Frechen aus Sicht des Tierschutzes.

Alle Tiere sind unsere Mitgeschöpfe, so sagt auch unser Tierschutzgesetz. Daraus resultiert bereits rein rechtlich, wie Sie auch anführen, auch bei dem Umgang mit Stadttauben Verantwortung. Anders als Sie bin ich allerdings der Ansicht, dass diese Stadttauben in Frechen sich nie in menschlicher Obhut befanden. Sie als herausragende Akteurin dieses Vorhabens, haben die Stadttauben nie besessen, Sie haben das Projekt mit dem Taubenhaus unterstützt, mit Engagement durchgeführt, hatten aber nie über die Tauben Verfügungsgewalt.

Darum ist es auch nicht möglich, einen Verantwortlichen zu benennen, der Betreuer, Halter oder Besitzer dieser Tiere wurde und damit die Verantwortung für diese Tauben gemäß den Vorgaben des Tierschutzgesetzes besaß.

Die Stadt Frechen hat seit einiger Zeit das Taubenprojekt mitfinanziert, um die Taubenpopulation im Stadtkern zu minimieren. Dazu hat sie Gelder bereitgestellt und Tierschutzorganisationen unterstützt, die sich um dieses Taubenprojekt tierschutzgerecht kümmern wollten. Ich hielte es in höchstem Maße ungerecht, wenn ich nun einen der Beteiligten für einen Zustand bestrafen sollte, der gleich ist wie er vor dem Taubenprojekt war.

Dennoch kann ich die Sorge verstehen, dass es kurzfristig nach Abbruch der ständigen Fütterung zu einem Fütterungsengpass für einige Tauben kommen könnte. Ich denke zwar, dass es gerade zur jetzigen Jahreszeit ein reichhaltiges und mehr als ausreichendes Futterangebot gibt, doch werde ich der Stadt Frechen vorschlagen, um diese Sorgen zu respektieren, die Fütterung der Tiere nur allmählich gegen Null zu reduzieren. Dafür halte ich einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten für völlig ausreichend, in der die Tiere dann versuchen werden, sich anderweitig eine Futtergrundlage zu erobern. Grundsätzlich ist das Angebot an Futter im natürlichen Lebensraum von Stadttauben ausreichend.

Ich halte es auch für gut und richtig, dass das Taubenhaus auf dem Parkdeck erst einmal bestehen bleibt. Die dortigen Nistmöglichkeiten sollten im Interesse der Tiere auch erst über einen entsprechenden Zeitraum z.B. durch Verkleiden der Nischen sukzessive verringert werden. Dies sollte evtl. in Zusammenarbeit mit ihnen geschehen, damit nicht Jungtiere gefährdet werden.

Ich behalte mir vor, diese Vorkehrungen nun durch meine Mitarbeiter zu begleiten. Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen gern zur Verfügung.

Eine Durchschrift dieses Schreibens erhält das Ordnungsamt der Stadt Frechen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Dr. Callenberg
Ltd. Kreisveterinärdirektor

 

Schreiben an Politiker - hier warten wir auf Antwort

  • Ferdi Huck, SPD-Fraktion Stadt Frechen
  • Susanne Holz, CDU-Fraktion Stadt Frechen
  • Albert Tendick, FDP-Fraktion Stadt Frechen
  • Ina Falke und Axel Reifferscheidt, Mitglieder der "Grünen" im Rat der Stadt Frechen

Pulheim-Brauweiler, 16.05.2004

Sehr geehrte Frau Falke, sehr geehrter Herr Reifferscheidt,

wie uns in einem Gespräch mit Herrn Glade und Frau Sturm am 12.05.2004 mitgeteilt wurde, hat der Rat der Stadt Frechen beschlossen, den vorhandenen Taubenschlag auf dem Parkhaus in Frechen, Josefstraße, zu schließen und nach neuen Standorten zu suchen. Herr Glade teilte uns nun jedoch mit, dass der Taubenschlag auf dem Parkdeck in Frechen kurzfristig in der ersten Juni Woche "ruhend gestellt" wird. Herr Glade informierte uns ferner, dass es derzeit keine alternativen Standorte für neue Taubenschläge gibt und dass er diese realistischer Weise auch nicht sieht. Somit wird die Weiterführung des Konzeptes zur Bestandskontrolle der Stadttauben, so wie es der Ratsbeschluss vom 22.04.04 vorsah, unmöglich gemacht.

Wir wissen, dass das Projekt, was z.B. in Aachen sehr erfolgreich umgesetzt wird, hier in Frechen mittlerweile zu einem "nervtötenden" und unerfreulichen Thema für den Stadtrat und für Sie als Ratsmitglied geworden ist. Dennoch möchten wir Sie inständig bitten, die Konsequenzen dieser Vorgehensweise gemeinsam mit uns in einem Gespräch sachlich zu beraten.

Die Entscheidung, die "Parkhaustauben" nun einfach auszusperren ohne zeitgleich eine Alternative anzubieten, wird für die Bevölkerung, die Tiere und das gesamte Konzept negative Folgen haben. Es ist absehbar, dass ein Teil der Tiere dort verbleiben wird, was weiterhin zu Beschwerden führen kann, es ist absehbar, dass andere Tiere auf Nahrungssuche in die Innenstadt ausweichen und sich dort auch neue Brutplätze suchen, was für Geschäftsinhaber und Hausbesitzer zu erneute Problemen führen wird. Und leider ist auch absehbar, dass manche Tiere, die bislang einen kontrollierten Brutplatz hatten und versorgt wurden verenden werden. Letzteres ist ein eklatanter Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Wir bitten Sie nachdrücklich, vor Einleitung irgendwelcher Schließungsmaßnahmen ein gemeinsames Gespräch der Ratsfraktionen und den fraktionslosen Grünen mit uns zu führen. Dieses Gespräch ist sehr dringend. Es muss erreicht werden, dass Tierquälerei verhindert und für die Frechener Bürgerschaft eine sachgerechte und akzeptierte Problemlösung erfolgt!

Wir bitten Sie daher um einen kurzfristigen Terminvorschlag.

Mit freundlichen Tierschutz-Grüßen

Gerd Straeten, Vorsitzender

 

From: Tierinfo@gmx.de 
To: Dieter Glade ; Brigitte Sturm ; buergermeister@stadt-frechen.de 
Cc: Hartmut Kaschula 
Sent: Monday, December 22, 2003 9:24 PM


Subject: Ihre Befürchtungen betreffs eines zweiten Taubenhauses

Sehr verehrte Frau Sturm, sehr geehrter Herr Glade, sehr geehrter Herr Bürgermeister Meier.

Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom 15.12.2003 möchten wir uns nicht allein zu Ihren Befürchtungen betreffs der Aufstellung eines zweiten Taubenhauses äußern:

Zum derzeitigen Stand:

1. Das Taubenhaus auf dem Parkhaus Josefstraße in Frechen ist zur Zeit mit ca. 300 Tauben besiedelt. Deshalb sind am Rathaus, auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone kaum noch Tauben zu sehen. 

2. Der Großteil der wildlebenden Tauben hält sich auf dem Parkdeck, in und auf dem Taubenhaus auf. Da aber nicht für alle Tauben Nistmöglichkeiten bestehen und nicht genügend Platz im und auf dem Taubenhaus zum Absitzen vorhanden ist, wäre die Aufstellung eines zweiten Taubenhauses notwendig, damit umliegende Häuser und Wohnanlagen nicht übermäßig belastet werden.

3. Die frisch gelegten Eier werden nach wie vor mehrmals wöchentlich von Mitgliedern durch Attrappen ersetzt.
Dadurch konnten wir Nachwuchs erheblichen Umfangs verhindern.

Zu Ihren Befürchtungen betreffs eines zweiten Taubenhauses:

1. Alle Tauben, die in das Taubenhaus eingewöhnt sind, halten sich nicht nur die ganze Nacht, sondern auch fast den ganzen Tag über im Schlag auf, wo sie picken, balzen und ruhen. So bleibt der von den Tauben abgesetzte Kot zu 80-90% im Taubenhaus und kann von dort aus entsorgt werden. Viele Tauben verlassen das Haus, wenn es betreut wird. Das ist hier dreimal die Woche für gut eine Stunde der Fall. Die Tauben sitzen dann in unmittelbarer Nähe des Einflugs auf dem Dachfirst oder den Sitzstangen oder kreisen mehrmals in Schwärmen um das Gebäude. Außerhalb der Betreuungszeiten können sich diese Vorgänge besonders an sonnigen Tagen abspielen. Da das Parkhaus Josefstraße im Umkreis mit das höchste Gebäude ist, wird es wohl ausschließlich zum Absitzen benutzt, so dass die umliegenden Wohnhäuser nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

2. Dass ein zweites Taubenhaus zu einer "unzumutbaren Belastung für die betroffenen Anwohner und Anwohnerinnen führen würde", ist nicht nachvollziehbar. Tauben setzen während des Flugs nur in ganz seltenen Fällen Kot ab (Erschrecken bei lautem Knall), sie halten sich auch nicht auf den Gehsteigen auf, es sei denn, jemand streut dort Futter aus, was mit allen Mitteln verhindert werden sollte. Stadttauben sitzen nur in Ausnahmefällen in Bäumen ab, vorwiegend dann, wenn sie an dieser Stelle auf einen Fütterer warten, das es bislang meines Wissens nicht gibt und auch nie geben darf. Die Tauben werden sich wohl auch nicht im Gras aufhalten und herumpicken, da sie alles, was sie brauchen (artgerechtes Körnerfutter, Wasser, vitamin- und mineralstoffreichen Grit) im hervorragend betreuten Taubenhaus vorfinden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass auf den Balkonen der Anwohner im nahen Umkreis niemand Tauben füttert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die von Ihnen geäußerten Befürchtungen nach unseren mehrjährigen Erfahrungen mit Tauben und Taubenhäusern unbegründet sind. Ein zweites Taubenhaus kann lediglich das derzeitige Ärgernis der Anwohner ausräumen und ihre Gebäude entlasten. Sollten aber wider Erwarten Probleme auftreten, werde ich mich zusammen mit Ihnen um eine Lösung kümmern.

Wir haben das Problem nicht geschaffen, sondern bemühen uns mit äußerst kostenintensiven und zeitaufwendigen Maßnahmen um eine Lösung, die den Tieren gerecht wird, aber auch Menschen und Gebäude in die Überlegungen einbezieht.

Wir müssen leider eingestehen, dass wir das Problem der Kostenfrage unterschätzt haben. Es kann nicht angehen, dass für das Taubenprojekt andere ältere Projekte vernachlässigt und neue nicht in Angriff genommen werden können, weil die Kosten unsere Tierschutzkasse derart belasten. Wir sind auch den Mitgliedern und Sponsoren verpflichtet, die für andere Tiere ihren Beitrag bzw. Spenden bereit stellen. Leider sind unsere intensiven Bemühungen, Sponsoren für das Taubenprojekt zu finden, fehlgeschlagen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir bei der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung der Bevölkerung bzw. Anwohner ohne Beistand der Stadtväter in der Presse auskommen müssen. Die Aussage eines Herrn Bürgermeister hat diesbezüglich mehr Gewicht, als die eines Tierschützers.

Auch hätte man den Taubenzüchtern in unmittelbarer Nähe wohnend (aus mehreren Gründen ) die Zucht längst verbieten müssen. 
Auf ideeller Basis konnten wir - trotz intensivster Bemühungen - keine Mitstreiter für das Taubenprojekt finden. 

Unsererseits besteht ebenfalls keinerlei Interesse an einem Scheitern des Projektes, aber ohne personelle und finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Frechen kann das Projekt nicht mehr länger von uns getragen resp. aufrecht erhalten werden. 

Für Rückfragen stehe ich immer gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Tierschutz-Grüßen

Gerd Straeten

Taubenprojekt vor dem Aus? Schreiben an die Stadt Frechen.

----- Original Message ----- 
From: Tierinfo@gmx.de 
To: Dieter Glade ; Brigitte Sturm ; buergermeister@stadt-frechen.de 
Cc: Hartmut Kaschula 
Sent: Monday, December 22, 2003 9:24 PM
Subject: Ihre Befürchtungen betreffs eines zweiten Taubenhauses

Sehr verehrte Frau Sturm, sehr geehrter Herr Glade, sehr geehrter Herr Bürgermeister Meier.

Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom 15.12.2003 möchten wir uns nicht allein zu Ihren Befürchtungen betreffs der Aufstellung eines zweiten Taubenhauses äußern:


Zum derzeitigen Stand:

1. Das Taubenhaus auf dem Parkhaus Josefstraße in Frechen ist zur Zeit mit ca. 300 Tauben besiedelt. Deshalb sind am Rathaus, auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone kaum noch Tauben zu sehen. 

2. Der Großteil der wildlebenden Tauben hält sich auf dem Parkdeck, in und auf dem Taubenhaus auf. Da aber nicht für alle Tauben Nistmöglichkeiten bestehen und nicht genügend Platz im und auf dem Taubenhaus zum Absitzen vorhanden ist, wäre die Aufstellung eines zweiten Taubenhauses notwendig, damit umliegende Häuser und Wohnanlagen nicht übermäßig belastet werden.

3. Die frisch gelegten Eier werden nach wie vor mehrmals wöchentlich von Mitgliedern durch Attrappen ersetzt.
Dadurch konnten wir Nachwuchs erheblichen Umfangs verhindern. 


Zu Ihren Befürchtungen betreffs eines zweiten Taubenhauses:

1. Alle Tauben, die in das Taubenhaus eingewöhnt sind, halten sich nicht nur die ganze Nacht, sondern auch fast den ganzen Tag über im Schlag auf, wo sie picken, balzen und ruhen. So bleibt der von den Tauben abgesetzte Kot zu 80-90% im Taubenhaus und kann von dort aus entsorgt werden. Viele Tauben verlassen das Haus, wenn es betreut wird. Das ist hier dreimal die Woche für gut eine Stunde der Fall. Die Tauben sitzen dann in unmittelbarer Nähe des Einflugs auf dem Dachfirst oder den Sitzstangen oder kreisen mehrmals in Schwärmen um das Gebäude. Außerhalb der Betreuungszeiten können sich diese Vorgänge besonders an sonnigen Tagen abspielen.
Da das Parkhaus Josefstraße im Umkreis mit das höchste Gebäude ist, wird es wohl ausschließlich zum Absitzen benutzt, so daß die umliegenden Wohnhäuser nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

2. Daß ein zweites Taubenhaus zu einer "unzumutbaren Belastung für die betroffenen Anwohner und Anwohnerinnen führen würde", ist nicht nachvollziehbar. Tauben setzen während des Flugs nur in ganz seltenen Fällen Kot ab (Erschrecken bei lautem Knall), sie halten sich auch nicht auf den Gehsteigen auf, es sei denn, jemand streut dort Futter aus, was mit allen Mitteln verhindert werden sollte. Stadttauben sitzen nur in Ausnahmefällen in Bäumen ab, vorwiegend dann, wenn sie an dieser Stelle auf einen Fütterer warten, das es bislang meines Wissens nicht gibt und auch nie geben darf. Die Tauben werden sich wohl auch nicht im Gras aufhalten und herumpicken, da sie alles, was sie brauchen (artgerechtes Körnerfutter, Wasser, vitamin- und mineralstoffreichen Grit) im hervorragend betreuten Taubenhaus vorfinden.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß auf den Balkonen der Anwohner im nahen Umkreis niemand Tauben füttert.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die von Ihnen geäußerten Befürchtungen nach unseren mehrjährigen Erfahrungen mit Tauben und Taubenhäusern unbegründet sind. Ein zweites Taubenhaus kann lediglich das derzeitige Ärgernis der Anwohner ausräumen und ihre Gebäude entlasten. Sollten aber wider Erwarten Probleme auftreten, werde ich mich zusammen mit Ihnen um eine Lösung kümmern.

Wir haben das Problem nicht geschaffen, sondern bemühen uns mit äußerst kostenintensiven und zeitaufwendigen Maßnahmen um eine Lösung, die den Tieren gerecht wird, aber auch Menschen und Gebäude in die Überlegungen einbezieht.

Wir müssen leider eingestehen, daß wir das Problem der Kostenfrage unterschätzt haben. Es kann nicht angehen, daß für das Taubenprojekt andere ältere Projekte vernachlässigt und neue nicht in Angriff genommen werden können, weil die Kosten unsere Tierschutzkasse derart belasten. Wir sind auch den Mitgliedern und Sponsoren verpflichtet, die für andere Tiere ihren Beitrag bzw. Spenden bereit stellen. Leider sind unsere intensiven Bemühungen, Sponsoren für das Taubenprojekt zu finden, fehlgeschlagen. 
Erschwerend kommt noch hinzu, daß wir bei der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung der Bevölkerung bzw. Anwohner ohne Beistand der Stadtväter in der Presse auskommen müssen. Die Aussage eines Herrn Bürgermeister hat diesbezüglich mehr Gewicht, als die eines Tierschützers.
Auch hätte man den Taubenzüchtern in unmittelbarer Nähe wohnend ( aus mehreren Gründen ) die Zucht längst verbieten müssen. 
Auf ideeller Basis konnten wir - trotz intensivster Bemühungen - keine Mitstreiter für das Taubenprojekt finden. 

Unsererseits besteht ebenfalls keinerlei Interesse an einem Scheitern des Projektes, aber ohne personelle und finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Frechen kann das Projekt nicht mehr länger von uns getragen resp. aufrecht erhalten werden. 

Für Rückfragen stehe ich immer gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Tierschutz-Grüßen

Gerd Straeten

Aktive Helfer gesucht 
für die Betreuung von Tauben und Gelegeaustausch ! 

Für die Betreuung unseres Taubenprojekts 
in Frechen suchen wir Taubenfreunde, 
die uns gerne tatkräftig unterstützen möchten. 

Auskunft unter Tel.: 0 22 34 - 8 12 84
 

Die Tierversuchsgegner Pulheim e.V. - Menschen für Tierrechte - 
sehen ihr Taubenprojekt in Frechen gefährdet!


"Mistviecher, Drecksvolk, Umweltverschmutzer, Ratten der Lüfte! Bauen schlampige Nester auf unseren Balkonen, gurren uns nervtötend aus dem Schlaf, verbatzen antike Fassaden, übertragen Salmonellen. Nicht genug konnten wir schimpfen auf das einst so sanfte Volk der Tauben. Und noch mehr auf die unbelehrbaren Tierschützer und Taubenmutterl, die heimlich Futter ausstreuen, damit die Luftratzen noch fetter werden, sich noch mehr vermehren. Kein Umweltbewusstsein ist in ein Taubengehirn reinzukriegen, was auch auf manches Menschengehirn zutrifft, obwohl da mehr Platz wäre. 
Der Taubenkrieg dauert nun schon viele Jahre - und wenn wir genau hinschauen, sehen wir tatsächlich viel weniger Tauben in München als früher. Mit Venedig und Mailand gar nicht zu vergleichen. Ganze zwei spazierten gestern über den Odeonsplatz, am Marienplatz keine einzige. Im Hirschgarten pickten drei oder vier mit permanentem Kopfnicken Krümel unter den Biertischen, nur leise gurrend - ein eigentlich anständiges Benehmen. Sind die Nachkommen der biblischen Ölzweigträgerin vom Berge Ararat womöglich vom Aussterben bedroht?..."

So war es am 25.04.2003 in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. 
Aber es kommt nicht von ungefähr, daß die Population der Tauben in Städten, wie beispielsweise München, stark zurück gegangen ist. Es ist der Verdienst jahrelanger Bemühungen von Tierschützern, die in ihrer Stadt ein gleiches Projekt verwirklicht haben, wie die Pulheimer Tierschützer in der Stadt Frechen.


Für das Taubenprojekt suchen die Tierschützer dringend Sponsoren!

Die Erbauung und Aufstellung des Taubenhauses in der Stadt Frechen, auf dem Parkdeck Josefstraße, hat trotz Eigeninitiative dem Verein hohe Kosten verursacht. Die Kosten für die regelmäßige Fütterung ist auf absehbare Zeit nicht mehr gewährleistet. Somit läuft das Projekt Gefahr an den Futterkosten zu scheitern. 
"Das wäre nicht allein für uns, sondern auch und insbesondere für die Tiere sehr tragisch. Zumal die Stadtväter ein Ergebnis der reduzierten Taubenpopulation (Entfernen der Taubeneier durch Gipseier) sehen will, bevor sie uns Zuschüsse bewilligen," bedauert Gerd Straeten, Vorsitzender der Menschen für Tierrechte. Es wurden bereits die ernorm hohen Kosten der Vergitterungen, Absperrung sowie Wasser und Strom von der Stadt übernommen. 

"Bitte lassen Sie nicht zu, daß unsere bisherigen Bemühungen, den Tieren zu helfen an den Kosten für Taubenfutter scheitern," appelliert Straeten. Die Reduzierung der Tauben sei auch und insbesondere im Sinne der Mitbürger, die sich sicher gerne mit einem Sack Taubenfutter aktiv am Vorhaben beteiligen und somit den Verein unterstützen möchten.

Tierversuchsgegner Pulheim e.V.
MENSCHEN FÜR TIERRECHTE
Spendenkonto: KSK Köln Nr.: 015 600 1487 BLZ: 370 502 99 Stichwort "Hilfe für Taubenprojekt"
Futterspenden nehmen entgegen Firma Freßnapf, Herr Kohnen, in Frechen und Kiosk G. Straeten, Abtei-Passage in Pulheim-Brauweiler


Tierversuchsgegner Pulheim e.V.
MENSCHEN FÜR TIERRECHTE
Redakteurin TIER-INFO: Trudi Straeten
Vorsitzender: Gerd Straeten
50259 Pulheim-Brauweiler
Mail-Adresse: Tierinfo@gmx.de
Homepage: http://mitglied.lycos.de/tierinfo
Spendenkonto: KSK Köln
Nr.: 015 600 1487  BLZ: 370 502 99



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